Recovery – wie geht das?

Recovery bei Psychosen besteht meiner Erfahrung nach aus drei Elementen:

  • Die Menschen können besser für sich sorgen und sich selbst managen.
  • Die Menschen führen bessere Beziehungen.
  • Die Menschen finden eine Nische, in der sie tätig sein können.

Wenn alles drei gelingt, dann kann der Betroffene seinen kleinen Haushalt gut führen und gut für sich sorgen. Er hat Menschen, mit denen er offen reden kann und die für ihn da sind. Und er hat etwas Sinnvolles zu tun. Das würde ich dann als Recovery bezeichnen.

Leider ist das heute auf allen drei Ebenen gar nicht einfach. In Berlin etwa finden Erkrankte nur schwer Wohnungen. Viele der Menschen sind einsam oder haben nur nicht besonders unterstützende Beziehungen. Und um die Nischen gibt es Konkurrenz.

Recovery bedeutet, dass ein Prozess einsetzt, der zu einer positiven Entwicklung und zu geringerer Beeinträchtigung durch die Erkrankung führt. In vielen kleinen Schritten können Betroffene und ihre Unterstützer diesen Prozess in Richtung Genesung steuern.

Wenn Sie noch ganz am Anfang eines Recovery-Prozesses sind, vielleicht hilft Ihnen dies:

  • Nehmen Sie sich jeden Tag eine kleine Arbeit im Haushalt vor.
  • Sprechen Sie jeden Tag mit mindestens einem Menschen, an dem Ihnen liegt. Ein Telefonat reicht auch.
  • Machen Sie jeden Tag einen Spaziergang und suchen Sie einen Ort außerhalb Ihres Zuhauses auf, den Sie mögen, vielleicht eine Bibliothek oder ein Café.

Wichtig ist die Regelmäßigkeit. Langsam verändern sich dann Gehirn, Körper und Seele. Und dann können Sie weitere Schritte machen in Richtung Genesung. Und schon sind Sie auf Ihrem Recovery-Weg.

Viel Erfolg dabei wünsche ich Ihnen!

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