Sport und gute Ernährung bei Schizophrenie

Es klingt komisch, aber auch bei einer psychischen Erkrankung wie Schizophrenie sind die allseits bekannten und ganz normalen Lebensregeln sehr wichtig: etwas Sport machen, sich einigermaßen gut ernähren, auf Alkohol, Zigaretten und alle anderen Drogen verzichten, genügend schlafen, für eine gute Balance von Arbeit und Freizeit sorgen.

Natürlich geht die Schizophrenie nicht weg, auch wenn man gesund lebt. Aber man hat einfach deutlich weniger Probleme, ist auch emotional besser ausgeglichen, kann seine Beziehungen besser gestalten, braucht keine Betreuung und vermeidet einfach fast alles, was das Leben mit einer schwerwiegenden psychischen Erkrankung unangenehm machen kann. Und meine Erfahrung ist, dass dann auch der Verlauf der Erkrankung besser wird.

Das hat auch etwas Schönes: Wenn Menschen mit Schizophrenie Verantwortung für sich übernehmen und ihr Leben gut gestalten, wird das belohnt durch einen besseren Verlauf. Leider muss man dazu sagen, dass das vielen kranken Menschen unglaublich schwer fällt. Ich glaube, das ist auch die Quelle des Stigmas innerhalb der Psychiatrie. Wenn Mitarbeiter in der Psychiatrie schlecht von den kranken Menschen denken, dann oft weil sie nicht so verantwortungsbewusst und gesund leben, wie es gut für sie wäre.

Und da wären wir wieder bei der Frage, warum einigen Menschen mit Schizophrenie ein recht gesundes Leben möglich ist, anderen dagegen nicht. Wahrscheinlich ist das eine Kombination von langwährenden Gewohnheiten, Abhängigkeiten, Vorbildern und den Vorstellungen davon, wer man selbst ist und wer man sein möchte. Ein verantwortungsbewusstes und gesundes Leben ist sicherlich einfacher, wenn man gut ausgebildet ist, sich selbst berechtigterweise einiges zutraut und auch immer wieder von anderen positives Feedback erhält.

Vielleicht würde es schon helfen, wenn alle kranken Menschen den Raum hätten, um von einem guten und gesunden Leben träumen zu können zusammen mit anderen, die sie unterstützen. Wenn man erst einmal eine klare Vorstellung davon hat, wie man leben möchte, ist vieles einfacher. Ärzte und Psychologen sagen schon, dass es wichtig ist, Dinge zu tun, die uns gut tun. Aber die Änderung von Lebensgewohnheiten ist selten eine Sache von guten Ratschlägen oder Information. Es hat etwas mit Träumen von einem guten Leben zu tun.

Könnten Sie sich vorstellen, Menschen mit Schizophrenie dazu zu ermutigen, von einem guten und gesunden Leben zu träumen? Und sie bei der Verwirklichung dieser Träume zu unterstützen?

3 Kommentare

  1. Sehr geehrte Frau Bunt,

    ich bin bei der Suche nach Schizophrenie, Ernährung und Sport auf Ihren Blog gestoßen. Meine Suche galt dem Thema, wie wirkt sich Ernährung und Sport auf die “Schizophrenie” aus. Für die Zielgruppe ” Psychose” wird nach meinen Recherchen sehr wenig oder gar nichts an Therapien mit Sport und Ernährungsempfehlungen in Deutschland angeboten. Es gibt auch keine Spezialausbildung für dieses Krankheitsbild für Sportlehrer.

    Ich selbst erkrankte im Jahre 2000 an Schizophrenie. 1996 begann ich Iyengar Yoga zu Üben, eine körperorientierte Yoga-Methode, die weltweit am meisten praktiziert wird. Ich konnte zwischen 2000-2006 kein Yoga mehr üben, bedingt durch die Krankheit.
    Ohne regelmäßiges Iyengar Yoga Üben wäre meine Gesundheit nicht so fortgeschritten, wie sie sich heute darstellt.
    Weiterhin besuchte ich zwischenzeitlich ein Fitness Center, um dort zu schwimmen, zu laufen und ein Krafttraining zu absolvieren. Alles mit einem moderaten Training. Auch stellte ich mich auf eine gesündere Ernährung um.

    Mein Ziel ist es, Menschen zu unterstützen,die ebenfalls an der sogenannten “Schizophrenie” erkrankt sind. Aus meinen Erfahrungen ist eine positive Zuwendung von anderen Menschen ein wesentliches Merkmal für ein gesundes Leben der Erkrankten.

  2. Hallo Frau Bunt!
    Ich leide an Schizophrenie und kann Ihnen nur zustimmen. Ich habe meine Krankheit ganz gut im Griff, gehe arbeiten und führe ein fast ganz normales Leben. Für mich ist es wichtig, mich gesund zu ernähren und ich gehe mindestens dreimal in der Woche für mindestens eine Stunde joggen. Ich muss mich immer sehr dazu zwingen, aber es hilft mir ungemein.

  3. Hilft überhaupt nicht, jedenfalls nicht gegen die Schizophrenie.
    Ich bekam meine erste Psychose in einer Zeit, als ich schon seit 2 Jahren super im Training stand (Fitness). Nicht zu viel nicht zu wenig, super fit. Meine Ernährung war damals erstklassig. Hat aber auch nicht geholfen. Eine andere Psychose bekam ich später, damals war ich schon seit 9 Monaten vegan und habe auch da wieder super auf eine sehr gute Ernährung geachtet und war fast täglich joggen. Mein Blutbild war laut Hausärztin extrem gut und rote Blutkörperchen hatte ich sehr viele. Hat aber auch nix gegen die Psychose geholfen.
    Macht euch keine Illusionen, auch Hochsensibilitätsgruppe/Meditation hat nix gebracht und alles andere, was ich probiert habe.
    Am Ende helfen nur die scheiß Medis.

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