Lernen für Recovery

Recovery hat meiner Erfahrung nach viel mit Lernprozessen zu tun. Zum einen in dem übertragenen Sinne, dass wir lernen besser zu leben, besser mit uns und der Beeinträchtigung umzugehen. Zum anderen aber ist es auch hilfreich, konkret etwas zu lernen, einen Kurs zu besuchen, zu lesen oder Vorträge zu besuchen.

Schon seit etlichen Jahren biete ich einen Englischkurs bei einem psychosozialen Träger an. Die Teilnehmer lernen Englisch mit mir. In dem Prozess ergeben sich oft auch Recovery-Schritte: Die kognitiven Fähigkeiten verbessern sich, Selbstvertrauen nimmt zu, Stolz, Engagement. Es sind kleine Schritte in eine gute Richtung.

In der angelsächsischen Welt gibt es mittlerweile Recovery Colleges, also Recovery-Schulen, in denen man Kurse besuchen kann, um etwas zu lernen, das für das eigene Leben eine Bedeutung hat. Da lernen Betroffene und nicht-Betroffene gemeinsam, die Kurse sind offen für alle Interessierten.

Lernen gehört zum Leben dazu und vermittelt Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Das gilt auch für schwerwiegend psychisch erkrankte Menschen. Auch sie profitieren von Lernprozessen.

Meines Erachtens ist es Zeit, auch bei uns einen Fokus auf Lernen zu legen in der Begleitung psychisch beeinträchtigter Menschen.

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